Über 10000 offene Einbürgerungsanträge und eine Verfahrensdauer bis zu drei Jahren zeigen Integrationsunwillen der Landesregierung!
Zur Situation rund um Einbürgerungsverfahren in Sachsen-Anhalt erklärt Wulf Gallert, migrationspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Landtag Sachsen-Anhalt:
Die Antwort der Landesregierung auf meine Anfrage belegt: Es gibt bei den Einbürgerungsverfahren in Sachsen-Anhalt massive Probleme, weil die Landesregierung die Verantwortung scheut und die Kommunen mit den Verfahren allein lässt. Einbürgerungen sind der gesetzliche festgelegte Weg, um als zugewanderte ausländische Person volle Teilhabe und Mitsprache zu erlangen. Die bisweilen sehr lange Bearbeitungszeit in einigen Kommunen kommt einer Blockade dieser Mitspracherechte gleich. Dies liegt aber nicht an den Kommunen, sondern am Verfahren selbst, das die Kommunen überlastet.
Dass die Landesregierung hier wie schon im letzten Jahr kein Problem erkennt, zeigt: Integration und Teilhabe haben keine politische Priorität. Vielmehr besteht ein fundamentales Missverständnis bezüglich Integration. Denn diese ist, anders als die Landesregierung in ihrer Antwort ausführt, kein Prozess, an dessen Ende die Staatsbürgerschaft steht. Einbürgerung kann und sollte vielmehr Motivation für Integrationsprozesse sein.
Ich fordere die Landesregierung auf, diese Missstände endlich zu beheben und überall im Land für faire und schnelle Verfahren zu sorgen! Die bisherige Praxis ist ein Armutszeugnis für Sachsen-Anhalt und muss dringend auf den Prüfstand!“
Magdeburg, 23. Februar 2026

