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Tausenden droht Altersarmut in Sachsen-Anhalt – Die Linke fordert höhere Löhne und Renten

Die Fraktion Die Linke im Bundestag hat neue Zahlen zur Lohnentwicklung in Sachsen-Anhalt abgefragt. Dazu betont Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende:

„60 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Sachsen-Anhalt verdienen so wenig, dass ihnen nach 45 Arbeitsjahren eine Rente auf Armutsniveau droht. Diese Zahlen sind ein deutliches Alarmsignal. Wer aktuell in Vollzeit weniger als 3.770 Euro im Monat verdient, erreicht später nicht einmal eine Rente auf Höhe der Armutsgefährdungsschwelle. Wenn das auf so viele Beschäftigte zutrifft, zeigt das: Die Schieflage bei Löhnen und Renten ist inakzeptabel groß.

Leistung zahlt sich zu selten aus. Schafft die Bundesregierung die Rente nach 45 Jahren ab, verschärft sie diese Entwicklung wissentlich weiter. Auch die Landesregierung hat viel zu wenig für die Verbesserung der Löhne der Beschäftigten unternommen. Ganz im Gegenteil: Die Landesregierung hat den Vergabemindestlohn sogar weiter ausgehöhlt, sodass er viel zu selten angewendet wird. Sachsen-Anhalt braucht eine Lohnoffensive. Arbeit muss sich auszahlen. Das Rentenniveau sollte wieder auf 53 Prozent angehoben werden. Statt die Rente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen, sollten alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.“

 

Hintergrund

Von den 503.000 Vollzeitbeschäftigten in Sachsen-Anhalt verdienen derzeit 304.000 so wenig, dass ihnen nach 45 Arbeitsjahren eine Rente auf Armutsniveau droht. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage von Dietmar Bartsch hervor. Ergänzend liegen Zahlen des Statistischen Bundesamtes vor, die ebenfalls auf seine Anfrage erhoben wurden.

Rechnerisch ist über einen Zeitraum von 45 Jahren nach Auskunft der Bundesregierung ein monatlicher Bruttolohn von 3.771 Euro erforderlich, um eine Rente auf Höhe der Armutsgefährdungsschwelle (derzeit 1.445 Euro) zu erreichen. Knapp 61 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Sachsen-Anhalt – also fast zwei Drittel – erreichen dieses Einkommensniveau nicht.

Damit liegt Sachsen-Anhalt weit über dem Bundesdurchschnitt: Bundesweit betrifft dies rund 44 Prozent der Vollzeitbeschäftigten. In den westdeutschen Bundesländern sind es rund 42 Prozent - also fast 20 Prozentpunkte weniger als bei uns im Land.

 

Magdeburg, 20. Juli 2026

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