Rente in Gefahr – Altersarmut in Sachsen-Anhalt ist politisches Versagen mit Ansage
In der aktuellen Debatte im Landtag um die Zukunft der Rentnerinnen und Rentner in Sachsen-Anhalt betont Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende:
„Rein zufällig hat die Bild-Zeitung die Vorschläge der Rentenkommission der Bundesregierung exklusiv in die Hände bekommen. Dort wird vorgeschlagen, dass Rentenalter schrittweise auf 70 Jahre zu erhöhen. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen an der CDU zweifeln. Der Bundeskanzler hat es bereits in seinem ersten Jahr Amtszeit geschafft, nahezu jede gesellschaftliche Gruppe mindestens einmal zu beleidigen – seien es Migranten, Sozialhilfeempfängerinnen oder Arbeitnehmer – und zum anderen tut er alles dafür, um den sozialen Zusammenhalt über Bord zu werfen. Das muss ein Ende haben!
Aus unserer Anfrage konnten wir erfahren, dass 60 Prozent der Rentnerinnen und Renter weniger als 1.400 Euro beziehen und somit von Armut gefährdet sind. Immer mehr Menschen sind im Alter auf zusätzliche Sozialleistungen angewiesen, sei es auf die Grundsicherung oder das Wohngeld. Schließlich konnten die Ostdeutschen während ihres Berufslebens keine Rücklagen aufbauen, so wie wir es wegen der fehlerhaften Rentenpolitik der Bundesregierung heute gezwungen sind.
Was passiert, wenn die sozialen Sicherungssysteme nicht mehr greifen, sehen wir tagtäglich: Immer mehr Rentnerinnen und Renter müssen auch nach ihrem eigentlichen Berufsleben arbeiten. Immer mehr müssen Pfandflaschen sammeln. Immer mehr müssen sich bei den Tafeln anstellen. Das ist beschämend!
Als Gesellschaft haben wir die Aufgabe, uns um diejenigen zu kümmern, die das Land jahrzehntelang am Laufen gehalten haben. Das aktuelle Rentenproblem ist ein Problem des Staates und nicht der gesetzlich Versicherten. Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, der von uns geforderte Landesfonds Rentengerechtigkeit wäre ausnahmsweise mal eine Chance für Sie gewesen, nicht nur die Schuld auf Berlin zu schieben, wie Sie es sonst auf jeder Wahlkampfveranstaltung tun, sondern eine richtige Entscheidung mit Risiken und Chancen für unser Land zu treffen.
Wir lösen das Problem also nicht, wenn wir den Rentnerinnen und Rentner raten, ihre verbliebenen 20 Euro nicht in ihre Stromrechnung, sondern in einen ETF zu stecken und auch nicht, wenn wir den 65-Jährigen noch als Wachtmeister um die Häuser jagen. Wer in Rente geht, hat seinen Soll erfüllt und einen angenehmen Lebensabend verdient.
Wer kein Vermögen aufbauen kann, ist auch nicht fähig, sich privat vorzusorgen. Doch auch heute noch erkennen wir die Unterschiede zwischen West und Ost. Wer arbeitet, muss auch vom erarbeiteten Lohn leben können. Die Linke steht für eine armutssichere Rente ein. Die Linke will einen Gerechtigkeitsfonds einführen, um regelmäßige Ausgleichszahlungen zwischen den Rentenmodellen der DDR und der heutigen BRD zu ermöglichen. Insbesondere wollen wir dabei die in der DDR geschiedenen Frauen berücksichtigen. Das ist keine freiwillige Leistung, das ist gerecht!“
Magdeburg, 21. Mai 2026

