Neues Sekundärmigrationszentrum Halberstadt bringt keine Verbesserung für das Land
Zur heutigen Vorstellung des Sekundärmigrationszentrums in Halberstadt durch Innenministerin Tamara Zieschang erklärt Wulf Gallert, migrationspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt:
„Im Unterschied zur Zentralen Aufnahmestelle in Halberstadt sollen in dem nun geplanten Lager ausschließlich Dublin-Fälle untergebracht werden, also Menschen, für deren Asylverfahren laut EU-Recht ein anderer Mitgliedstaat zuständig ist, oder die dort bereits Schutz erhalten haben. Begründet wird das Zentrum damit, deren Untertauchen vor der Überstellung verhindern zu wollen. Die eigenen Zahlen der Landesregierung sagen etwas anderes: Im ersten Halbjahr 2026 scheiterten 69 Prozent aller geplanten Abschiebungen aus Sachsen-Anhalt an Vollzugshindernissen wie fehlenden Papieren, Krankheit oder Flugausfällen, nicht am Untertauchen der Betroffenen.
Andere Bundesländer, wie zum Beispiel Thüringen, gehen einen dezidiert anderen Weg und setzen auf Rückkehrberatung und -betreuung. Das Innenministerium in Sachsen-Anhalt lässt sich jedoch von rechtspopulistischen Debatten treiben und versucht nun, die Lebensverhältnisse der betroffenen Menschen massiv zu verschlechtern und deren Bewegungsfreiheit einzuschränken. Dieser Kniefall vor der AfD wird am Ende nur den Rechtsextremisten nutzen.
Die Linke kritisiert die Errichtung dieses Sekundärmigrationszentrums scharf. Hier werden einfach Gelder und Ressourcen durch die Landesregierung verbrannt mit dem Ziel, die Situation von Menschen zu verschlechtern, anstatt es sinnvoll für die Zukunft des Landes und der Menschen einzusetzen.“
Magdeburg, 18. August 2026

