Zum Hauptinhalt springen

Linke lehnt Social-Media-Pranger für Schülerinnen und Schüler entschieden ab

Die AfD will ein zentrales, landesweites Meldeportal für Gewaltvorfälle an Schulen einrichten, das für Schüler, Eltern und Schulpersonal niedrigschwellig zugänglich sein soll und auch das Hochladen von Videos oder Tondokumenten ermöglichen sowie eine Landkarte zur Aufzeigung von Gewaltvorfällen und zur Aufschlüsselung von Täter-, Opfer- und Tatortmerkmalen enthalten soll. Damit sollen vor allem Vorfälle mit nichtdeutschen Schülerinnen angeprangert werden. Dazu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecher, Thomas Lippmann:

„Mit diesem Portal will die AfD ihre Petz-Portale fortsetzen, die sie bereits vor Jahren eingerichtet hat, um missliebige Lehrkräfte öffentlich an den Pranger zu stellen. Die Schulen brauchen keinen hemmungslosen Voyeurismus. Die Schulen brauchen Unterstützung u. a. durch mehr Schulsozialarbeit und keine Hetzjagden durch Tiktok-Junkies!

Der AfD geht es nicht darum, reale Probleme zu erfassen und zu lösen. Ihr geht es darum, die Leute auf die Bäume zu treiben, zu dramatisieren, zu chaotisieren und ihre politischen Interessen über die sozialen Medien zu bedienen. Vor allem aber will sie auch an den Schulen gegen Migranten hetzen und ihre Ideologie von kulturbedingt kriminellen Ausländern verbreiten. Dabei sind ihr die Rechte und Schutzbedürfnisse von Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften völlig egal. Sogar Ton- und Videoaufzeichnungen will sie auf dem Portal hochladen lassen, die es an Schulen überhaupt nicht geben darf.

Schule ist eine pädagogische Veranstaltung. Die Lösung unterschiedlichster Entwicklungsprobleme der Heranwachsenden gehört zur professionellen Arbeit von Pädagoginnen und Pädagogen, die sie täglich mit Engagement und Einfühlungsvermögen leis-ten. Nur in Extremfällen ist dabei auch das Eingreifen von Polizei und Justiz erforderlich.

Schon längst verfügen die Schulen über Regelungen, Weisungen und Handlungsempfehlungen zum angemessenen Umgang mit Konflikten. Vor drei Jahren hat Die Linke zur Entwicklung von Gewaltvorfällen an Schulen eine Kleine Anfrage (8/1564) gestellt und darauf umfassende Antworten aus dem Bildungsministerium erhalten. Wenn die AfD-Fraktion etwas über Gewaltvorfälle an Schulen wissen will, kann sie eine Anfrage stellen.“

 

Magdeburg, 21. Mai 2026

Zurück zum Kopf der Seite