Linke fordert deutliche Verbesserungen bei Postversorgung
Der Filial- und Personalabbau bei der Deutschen Post führt zu steigenden Beschwerden. Während die Bundesregierung in einer Anfrage der Linken im Bundestag betont, dass die gesetzlich vorgeschriebene Grundversorgung gewährleistet sei, zeigen aktuelle Daten einen Mangel an Postfilialen in den Gemeinden:
Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende im Landtag, betont: „Immer mehr Postfilialen werden in Sachsen-Anhalt geschlossen, das ist eine schlechte Entwicklung. In den letzten zehn Jahren ist mehr als jede zehnte Postfiliale ersatzlos dichtgemacht wurden. Das ist bundesweit der zweithöchste Wert. Die Deutsche Post will diesen Negativtrend sogar noch weiter fortsetzen. Das ist politisch unverantwortlich.
Sachsen-Anhalt ist ein Flächenland. Gerade die Menschen außerhalb der Zentren brauchen eine stabile Infrastruktur. Klassische Postfilialen sind gerade für ältere Menschen in Sachsen-Anhalt elementar, weil sie auf Online-Dienstleistungen nur selten zugreifen können. Wo das Filialnetzwerk der Post ausgedünnt wird, leidet das öffentliche Leben und der Einzelhandel, der auf Laufkundschaft angewiesen ist.
Parallel dazu hat sich die Zahl der Beschwerden über Postdienstleistungen im Land zwischen 2023 und 2025 verdreifacht. Hier muss politisch gezielt gegensteuert werden!“
Weiter betont David Schliesing, Abgeordneter im Bundestag für Sachsen-Anhalt: „Zwischen 2016 und 2025 wurden bundesweit 630 Universaldienstfilialen geschlossen. Das Filialsterben war mit einem deutlichen Personalabbau verbunden, der zum Verlust von fast 46.000 Arbeitsplätzen führte. Allein in Sachsen-Anhalt waren 54 Postfilialen betroffen, deren Zahl um rund 12,4 Prozent von 435 auf 381 abnahm. Dieser Rückgang ist bundesweit der zweithöchste nach Mecklenburg-Vorpommern. Parallel dazu verdreifachte sich die Zahl der Beschwerden über Postdienstleistungen im Land zwischen 2023 und 2025 von 443 auf 1.328 Fälle!
Es ist nicht überraschend, dass die Postversorgung nach Arbeitsplatzabbau und Filial-Kahlschlag immer schlechter funktioniert. Bezeichnend ist, dass gerade Ostdeutschland besonders betroffen ist. Dass weder Bundesregierung noch Bundesnetzagentur in einer Verdreifachung der Beschwerden einen strukturellen Mangel erblicken können, verwundert allerdings schon. Es passt jedoch ins Bild einer Regierung, die Probleme ignoriert und seit Jahren die Infrastruktur im Land auf Verschleiß fährt.
Die Zahlen der Bundesregierung zeigen, dass sich die postalische Grundversorgung zunehmend von einem flächendeckenden Service zu einem System mit regional sehr unterschiedlichen Qualitätsniveaus entwickelt. Insbesondere ländliche Regionen und die ostdeutschen Bundesländer sind von dieser Entwicklung überproportional negativ betroffen.
Vor diesem Hintergrund erwarte ich, dass sich die Bundesregierung nicht länger einen schlanken Fuß macht, eine Überprüfung der tatsächlichen Versorgungsqualität vornimmt und politisch gezielt gegensteuert. Die rein formale Erfüllung der gesetzlichen Mindestvorgaben reicht jedenfalls offensichtlich nicht aus, um eine gleichwertige Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen.“
Zur entsprechenden Anfrage der Fraktion Die Linke im Bundestag.
Magdeburg, 17. April 2026

