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Insolvenz von Leuna Polyamid bedroht gesamten Chemiepark Leuna – Geschäftsführende Landesregierung und Koalition müssen handeln und Sondersitzung des Landtages einberufen

Die Insolvenz von Leuna Polyamid (vorher Domo) ist das Ergebnis unternehmerischer Fehlentscheidungen des vorhergehenden Eigentümers, einer falschen Industriepolitik auf Bundes und EU-Ebene und inkonsequentem Handeln der Landesregierung. Dazu betonen Eva von Angern und Wulf Gallert:

„Die angekündigte Stilllegung des Werkes bedeutet nicht nur ein Verlust von etwa 400 Arbeitsplätzen sondern beschädigt im erheblichen Umfang Lieferketten im ostdeutschen Chemiedreieck. Noch größer ist jedoch die Gefahr, dass der Verlust dieses Produktionsstandortes zu einer Verteuerung der Infrastruktur des gesamten Chemieparks führt und damit weitere Unternehmen gefährdet. Es droht damit ein katastrophaler Dominoeffekt einzusetzen, der eine ganze Region in den Abgrund reißen kann. Politik auf Landes- und Bundesebene müssen jetzt handeln.

Die Linke hat genau für solche Situationen einen Zukunftsfond vorgeschlagen, mit deren Hilfe man den Produktionsstandort sichern könnte. Das Land hat bereits nur für die Sicherstellung der Anlagen ein Vielfaches des Verkaufswertes bereitstellen müssen. Eine Absicherung der Produktion, gemeinsam mit Zulieferern und Abnehmern der Produkte, von Leuna Polyamid ist dringend geboten. Zumindest müssten Landes- und Bundesregierung jetzt unterstützend bei der Investorensuche für einzelne Anlagen aktiv werden. Dies gilt insbesondere für Schwefelsäure, Ammoniak und Benzol.

Die Situation vor Ort duldet keinen politischen Stillstand. Sachsen-Anhalt hat eine geschäftsführende Landesregierung, die jetzt handeln muss. Falls es dazu parlamentarische Beschlüsse braucht, sind auch diese noch möglich. Der Bundestag der alten Wahlperiode hat noch nach den letzten Bundestagswahlen riesige Sondervermögen, insbesondere für die Aufrüstung, beschlossen. Die Stabilisierung des Chemieparks Leuna wäre ein deutlich besserer Grund für einen solchen ungewöhnlichen Schritt.“

 

Magdeburg, 9. September 2026

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