Haus- und Fachärztemangel nimmt in Sachsen-Anhalt weiter zu – Linke fordert Schließung der Versorgungslücken
Die Linke hat durch eine parlamentarische Anfrage neue Zahlen zum Haus- und Fachärztemangel in Sachsen-Anhalt aufgedeckt. Dazu betont Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende:
„Die Unterversorgung mit Haus- sowie Fachärzten nimmt in vielen Teilen Sachsen-Anhalts immer weiter zu. Die aktuellen Zahlen sind alarmierend. Neben den Hausärztinnen fehlen vor allem Hautärzte, Augenärzte und Nervenärzte. Aber auch bei den Zahnärztinnen werden wir in den kommenden Jahren eine große Versorgungslücke erleben. Das betrifft vor allem die Menschen, die in den ländlichen Regionen leben.
Die Landesregierung hat immer noch keine Lösungen für den immer größer werdenden Mangel entwickelt. Seit Jahren weisen die Kammern daraufhin, dass es dringend erforderlich ist, die Studienplatzkapazitäten zu erweitern und vermehrt Anreize zur Niederlassung von Ärzten auf dem Land zu setzen.
Für junge Ärzte sind die Rahmenbedingungen ausschlaggebend. Das beginnt bei Förderprogrammen zur Praxisübernahme, barrierefreien Praxisräumen und geht über eine gute ÖPNV-Anbindung bis hin zur Kita, Grundschule und weiterführenden Schulen in einem erreichbaren Umfeld. Die Landesregierung hat einen klaren Auftrag, gute und gleichwertige Lebensbedingungen vor allem im ländlichen Raum zu schaffen und zu sichern. Hier bleibt sie seit Jahren hinter den Erwartungen der Menschen im Land zurück.“
Hintergrund
In der Anfrage wird deutlich, dass es eine sehr hohe und immer weiter ansteigende Unterversorgung in einigen Landesteilen gibt, bspw. im Jerichower Land mit einem Versorgungsgrad bei den Fachärzten von 60,7 Prozent; im Altmarkkreis Salzwedel mit 70,9 Prozent oder im Landkreis Börde mit 72,3 Prozent.
Im Bereich der Kieferorthopäden hat das Jerichower Land einen Versorgungsgrad von 0 Prozent, der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat nur 36,4 Prozent Versorgungsgrad und der Saalekreis hat nur ein Versorgungsgrad von 55,6 Prozent.
Im Altmarkkreis Salzwedel gibt es für 79.460 Einwohner nur zwei Augenärzte und drei HNO-Ärzte. In der Börde kommen auf 167.314 Einwohner nur zwei Hautärzte. Im Jerichower Land kommen auf 88.356 Einwohner nur ein Hautarzt. Im Salzlandkreis gibt es nur drei Hautärzte für 178.773 Einwohner. Die Anfrage zeigt, dass die Besetzungsverfahren von 2024 auf 2025 rückläufig sind. Das heißt, es gibt immer mehr Facharztstellen, die nicht besetzt sind.
Zur entsprechenden Anfrage der Fraktion Die Linke: https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/drs/wp8/drs/d7225dak.pdf
Magdeburg, 21. Juli 2026

