GTS-Insolvenz: Gefahr für Mensch und Umwelt verhindern!
Medienberichten zufolge hat die Grube Teutschenthal Sicherungsgesellschaft (GTS) Insolvenz angemeldet. Viele Menschen sorgen sich daher um die Sicherheit der Grube Teutschenthal. Die GTS ist in der Vergangenheit beispielsweise durch die Geruchsbelästigung in den Schlagzeilen gewesen. Dazu erklärt Hendrik Lange, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt:
„Die Grube Teutschenthal Sicherungsgesellschaft (GTS) hat die Aufgabe, das Bergwerk in Teutschenthal und Angersdorf zu sichern. Nach dem Gebirgsschlag von 1996 ist diese Sicherungsaufgabe umso dringlicher geworden.
Das Geschäftsmodell der GTS ist dabei zum Teil hochgiftige Abfälle zu nutzen, um das Bergwerk zu versetzen. Dabei entstanden immer wieder Schwierigkeiten wie bei beispielsweise eine Explosion unter Tage, aber auch die Geruchsbelästigung der Menschen in Angersdorf und Umgebung. Im Untersuchungsausschuss aus den Jahren 2020/21 wurde deutlich, dass die GTS nur widerwillig Auflagen und Hinweisen der Bergbehörde nachkam. Es wurde mit Anwälten gedroht und oftmals politische Einflussnahme verlangt. Bis heute sind offensichtlich notwendige Sicherungsmaßnahmen, die schon lange beauftragt sind, nicht vollständig durchgeführt. Damit geht die Gefahr einher, dass durch die Giftabfälle kontaminierte Lösungen mit dem Grundwasser in Kontakt treten können. Inwiefern der alte Langzeitsicherheitsnachweis noch Gültigkeit hat, ist unverzüglich zu klären. Außerdem stellt sich die Frage, welche finanziellen Rücklagen die GTS für die Sicherung der Grube aufgebaut hat. Das Insolvenzverfahren hinterlässt den Eindruck, dass die GTS so lange ihr Geschäft betrieben hat, wie es für sie hochrentabel war. Die Frage ist, wo die Gelder innerhalb der Firmengruppe Geiger verblieben sind. Sollte sich herausstellen, dass hier erneut Gewinne privatisiert und Risiken sozialisiert werden, ist das ein Skandal.
Durch die fehlenden Sicherungsmaßnahmen aber auch durch das bisherige Handeln der GTS stellt sich die Frage, inwieweit die GTS weiterhin als zuverlässiger Partner für das Land gewertet werden kann. Ich fordere die Landesregierung auf, alles daran zu setzen, dass schnellstmöglich sämtliche notwendigen Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die Landesregierung muss den Menschen vor Ort aufzeigen, dass durch die Insolvenz der GTS keine Gefahr für Mensch und Umwelt entsteht. Außerdem muss die Landesregierung prüfen, mit welchen Partnern die Grube Teutschenthal langzeitsicher verwahrt werden kann und welche Kosten damit verbunden sind. Ein weiterer Abbau von Salz und damit das Schaffen weiterer Hohlräume für das Abfallgeschäft der GTS kann nicht der Weg sein.“
Magdeburg, 30. Juli 2026

