Gedenken darf nicht von der AfD instrumentalisiert werden
Zu der heutigen Blockade von starken, mutigen Menschen gegen die Vereinnahmung des Gedenkens in Halle durch den AfD-Vizelandtagspräsidenten Tillschneider sagt Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende:
„Elf mutige Menschen haben heute verhindert, dass der rechtsextreme Landtagsvizepräsident der AfD, Hans-Thomas Tillschneider, das Gedenken in der Synagoge Halle an die Opfer des rechtsterroristischen Anschlags von 2019 für seine Inszenierung ausnutzt. Ihnen gelten unser aller Dank und Anerkennung und sie senden ein wichtiges Signal: Niemand ist allein, wenn die AfD sie bedrängt und für ihre rechtsextreme Ideologie ausnutzen will. Die Zivilgesellschaft steht zusammen und die Demokratie ist wehrhaft, wenn wir uns zusammenschließen. Diese elf Menschen haben mehr Haltung gezeigt, als die CDU- und BSW-Abgeordneten, die in dieser Woche die AfD-Kandidaten in machtvolle Positionen gewählt haben.
Mit Blick auf kommende Gedenktage muss klar sein: Die AfD wird weiter versuchen, Gedenkveranstaltungen zu instrumentalisieren und nimmt damit in Kauf, Opferinteressen zu verletzen. Hierauf müssen wir uns vorbereiten. Der Landtag und seine Veranstaltungen dürfen nicht zum Spielball der AfD werden.
Auch sieben Jahre nach der rechtsterroristischen Tat sind viele Fragen offen. Die Betroffenen kämpfen weiter um Anerkennung, Aufklärung und Konsequenzen. Dazu gehört auch, staatliches Handeln und mögliche Versäumnisse kritisch aufzuarbeiten. Diese Forderung nach Aufarbeitung darf nicht durch eine Instrumentalisierung des Gedenkens unterwandert werden. Die Linke sagt ganz klar: Wir gedenken der Opfer und stehen solidarisch an der Seite der jüdischen Gemeinde. Kein Platz für rechte Hetze!“
Magdeburg, 9. Oktober 2026

