Finanzierung und Wirtschaftsnutzen von Flughäfen müssen ganzheitlich betrachtet werden
Kerstin Eisenreich kritisiert die heute vorgestellte Studie zu den Mitteldeutschen Flughäfen und betont:
„Die Fraktion Die Linke sieht die in der Studie vorgestellten Zahlen zum angeblich sehr hohen volkswirtschaftlichen Nutzen der mitteldeutschen Flughäfen äußerst kritisch. Dass ausgerechnet ein arbeitgebernahes Institut zu dem Ergebnis kommt, die Flughäfen seien ein vielfacher Gewinn für die öffentliche Hand, überzeugt nicht und ist einseitig.
Die genannten Zahlen und Finanzierungsmodelle blenden die Entwicklungen der letzten Jahre aus. Aus dem Landeshaushalt von Sachsen-Anhalt wurden in den letzten Jahren etliche Millionen Euro an die Flughäfen Leipzig/ Halle sowie Dresden gegeben. Nun zu versprechen, dass sich die Flughäfen in naher Zukunft alleine tragen, ist nicht mehr als eine unrealistische Wunschvorstellung. Dazu kommen die tatsächlichen, langfristigen Kosten für die öffentliche Hand durch ökologische Schäden, Gesundheitsbelastungen durch Lärm und Schadstoffe sowie klimapolitische Folgen.
Es bleibt in den nächsten Jahren bei einer massiven Subventionierung der Flughäfen, dazu sollte Finanzminister Richter nicht schweigen. Dass die Entgelte für die Nutzung der Flughäfen nicht angepasst werden sollen, ist nicht zukunftsorientiert. Am Flughafen Leipzig/ Halle setzt die Landesregierung auf Frachtverkehr und Nachtflüge, das ist kaum verträglich für die Menschen, die im Umfeld des Flughafens wohnen. Auf den Frachtverkehr zu setzen, ist keine nachhaltige wirtschaftliche Wertschöpfung, weil die Transportlogistik von Billiglöhnen dominiert ist. Die Linke fordert deshalb eine ganzheitliche Betrachtung der Flughafenfinanzierung sowie höhere Löhne für die Menschen, die in der Logistikbranche tätig sind.“
Magdeburg, 20. Januar 2026

