Aufklärung, ob Täter aus Sachsen-Anhalt an Verbrechen in Sarajevo beteiligt waren
Die Fraktion Die Linke hat eine Kleine Anfrage zur Kenntnislage der Landesregierung eingereicht. Hintergrund sind aktuelle Berichte über zahlreiche Täter, die während der Belagerung Sarajevos im Bosnienkrieg als sogenannte „Wochenendscharfschützen“ zwischen 1993 und 1995 auf Zivilpersonen geschossen haben sollen. Die italienische Justiz ermittelt gegen mehrere Verdächtige, auch aus Deutschland. Dazu erklären Eva von Angern und Wulf Gallert:
„Die Berichte über zahlende Scharfschützen, die während der Belagerung auf Kinder und Erwachsene geschossen haben sollen, machen fassungslos. Die Landesregierung muss prüfen, ob es Hinweise auf Verbindungen nach Sachsen-Anhalt gibt und ob Ermittlungen notwendig sind. Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Transparenz. Durch eine parlamentarische Anfrage wollen wir aufklären, ob den Behörden in Sachsen-Anhalt bereits Erkenntnisse vorliegen und wie die Landesregierung auf die neuen Informationen reagiert. Die Fraktion Die Linke erwartet eine umfassende Antwort.“
Der Magdeburger Stadtrat Dennis Jannack ergänzt:
„Sarajevo ist Partnerstadt von Magdeburg. Der Genozid an den Bosniakinnen und Bosniaken hat viele grausame Dimensionen und nun kommt eine weitere hinzu. Es muss restlos aufgeklärt werden, ob an diesen Verbrechen auch Täter aus Deutschland beteiligt waren, insbesondere aus Sachsen-Anhalt. Jede Spur und jeder Hinweis müssen ernst genommen werden. Aufklärung ist notwendig und überfällig.“
Magdeburg, 17. November 2025

