Abschiebung von Yerro Gaye unverzüglich stoppen – Menschenrechte einhalten
Zur geplanten Abschiebung von Yerro Gaye nach Gambia sagt Wulf Gallert, migrationspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Landtag:
„Die Fraktion Die Linke hat sich mit einem dringlichen Appell an die Ausländerbehörde des Landkreis Börde gewandt und gefordert, die Abschiebung von Yerro Gaye unverzüglich zu stoppen. Vorangegangen war eine gerichtliche Auseinandersetzung, in der die Vertreterinnen und Vertreter der Ausländerbehörde widersprüchliche Angaben gemacht haben. Die Anwältin von Yerra Gaye hat das Verfahren deutlich kritisiert. Der Unterstützungskreis und seine Verlobte verurteilen diese Widersprüche scharf und werfen der Behörde vor, auf der Grundlage von falschen Tatsachen zu argumentieren, um Gaye ein Aufenthaltsrecht zu verweigern.
Seit 2023 hat Gaye eine feste Beziehung mit einer französischen Staatsangehörigen in Deutschland, seit einigen Monaten versucht das Paar zu heiraten. Laut Presseberichten wurde die geplante Anmeldung zur Eheschließung bei einem Berliner Standesamt vereitelt, weil die Ausländerbehörde für die Reise zu dem Termin die Erlaubnis versagte. Um eine Heirat dennoch zu ermöglichen, hat sich das Paar schließlich in Wolmirstedt zur Eheschließung angemeldet. Dort sollen die Unterlagen derzeit geprüft werden.
Das Paar wünscht sich eine gemeinsame Zukunft in Deutschland. Yerro Gaye engagiert sich zudem seit seiner Ankunft ehrenamtlich für Menschen in Not und arbeitet verlässlich in einem örtlichen Betrieb. Die Maßnahmen zur Aufenthaltsbeendigung setzen dieser großen persönlichen Leistung und dem Wunsch, sich in seiner neuen Heimat einzubringen, leider ein Ende.
Die Entscheidung der Ausländerbehörde ist integrationsfeindlich, weil sie symbolisieren soll: Egal, wie stark sich Geflüchtete in unsere Gesellschaft integrieren, sie sind hier nicht erwünscht. Deshalb muss diese Abschiebung unverzüglich gestoppt werden. Das Land Sachsen-Anhalt kann solche Vorgänge nicht länger dulden, sondern muss seinen humanitären Verpflichtungen und den Grundwerten unseres Landes gerecht werden und diesen Menschen einen rechtsstaatlichen Umgang gewährleisten. Die Linke fordert nicht mehr Abschiebungen, sondern mehr Einsatz und Geld für Integrationsmaßnahmen für Geflüchtete in Sachsen-Anhalt.“
Magdeburg, 15. Oktober 2025

