17.000 Wohnungen zu wenig im Land – Linke fordert mehr sozialen Wohnungsbau
Zur heute von IG BAU, Caritas und Mieterschutzbund vorgestellten Pestel-Studie „Sozialer Wohn-Monitor 2026“ sagt Monika Hohmann, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke:
„Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass in Sachsen-Anhalt knapp 17.000 Wohnungen im bezahlbaren Bereich mit geringen Mieten fehlen. Besonders betroffen sind laut der Studie junge Menschen, Ältere und Menschen mit Behinderungen. Die Fraktion Die Linke kritisiert seit Jahren die nicht nutzbare Förderrichtline für sozialen Wohnungsbau in Sachsen-Anhalt. Seit dem Start des Bundesförderprogramms wurden ca. 100 Millionen Euro für Sachsen-Anhalt ungenutzt liegengelassen. Die Landesregierung legt hier die Hände in den Schoss statt endlich ihre Arbeit zu machen und für mehr sozialen Wohnungsbau im Land zu sorgen.
Ein erster Schritt der Landesregierung muss jetzt sein, die Förderrichtlinie für sozialen Wohnungsbau in Sachsen-Anhalt neu zu verfassen, damit die bereits zur Verfügung gestellten Bundesmittel auch genutzt werden können. Neubau allein reicht nicht aus, wir müssen die Wohnungsbestände im niedrigen Mietsegment schützen und modernisieren. Die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften müssen entlastet und dürfen nicht durch hohe Baupreise gebremst werden. Hier braucht es Förderung durch das Land.
Die Menschen in Sachsen-Anhalt sind sehr stark von Wohnarmut betroffen. Die sogenannte Wohnarmutsquote liegt bei 28 Prozent, das ist der höchste Wert bundesweit nach Bremen (33,4 Prozent). Der Wohnarmutsquote liegt das ermittelte Einkommen zugrunde, das die Menschen tatsächlich zum Leben frei zur Verfügung haben, nachdem sie ihre Wohnkosten (Warmmiete inklusive Stromkosten) bezahlt haben. Im ländlichen Raum fehlen bezahlbare, moderne, barrierefreie und altersgerechte Wohnungen, während in der Stadt die Mietpreise in den Zentren und Speckgürteln immer weiter angehoben werden. Gerade unter den Neubauten finden sich immer weniger bezahlbare Sozialbauten, oft wird ausschließlich im hochpreisigen Segment neugebaut, was die Mietpreise insgesamt anhebt.
Als Fraktion Die Linke fordern wir eine eigene Landeswohnungsbaugesellschaft nach dem Vorbild des Landes Niedersachsens, um langfristig bezahlbares Wohnen in Sachsen-Anhalt abzusichern. Zudem braucht es einen Mietenstopp und eine bessere Bekämpfung von Mietwucher. Wohnen ist ein Grundrecht und darf keine Armutsfalle sein. Die Mieten müssen gedeckelt werden.“
Magdeburg, 15. Januar 2026

