14 Monate Vollsperrung ist Katastrophe für Stendal und die Altmark – Verkehrschaos gefährdet Existenzen
Die Vollsperrung der Fernverkehrsstrecke über Stendal ab Oktober 2026 ist für die Menschen in der Altmark und alle Pendler eine Zumutung. Die DB lässt aufgrund des gleichzeitigen Baus zweier paralleler Verbindungen, die beide nicht fertig werden die Region nun ohne Plan B und Angebote im Regen stehen. Dazu erklärt Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende:
„Die 14-monatige Totalabkopplung der Altmark vom ICE-Netz ist ein verkehrspolitisches Desaster mit Ansage. Was ab Oktober geplant ist, gefährdet die Lebensqualität der Menschen, bremst die regionale Wirtschaft aus und konterkariert jeden Anspruch einer sozialen Verkehrswende. Wer täglich nach Berlin oder Hannover zur Arbeit, zur Universität oder zur Ausbildung fährt, verliert durch stundenlange Umwege im Schienenersatzverkehr Lebenszeit und Nerven. Die Deutsche Bahn wälzt die Lasten jahrelanger Sanierungsstaus einseitig auf die Schultern derer ab, die jeden Tag auf den Zug angewiesen sind.
Stendal und die gesamte Altmark haben sich in den letzten Jahrzehnten als attraktive Wohn- und Wirtschaftsstandort im ländlichen Raum entwickelt. Die langfristigen Folgen der Sperrung sind fatal. Alleinerziehende Polizistinnen kommen kaum oder nach doppelter Fahrzeit an ihre Arbeitsorte in Berlin. Ärzte die aus Berlin nach Stendal ans Krankenhaus pendeln könnten sich anderweitig bewerben.
Der regionale ÖPNV kann den Kollaps nicht auffangen. Der Regionalverkehr und das Bussystem im Norden Sachsen-Anhalts sind ohnehin chronisch unterfinanziert. Ersatzbusse können den ICE-nicht Takt ersetzen. Zustiege in Genthin sind schwierig, weil es nicht genug Parkplätze vor Ort gibt. Es braucht intelligente, verträgliche Baustrategien und jetzt ganz schnell konkrete Angebote der Bahn, wie die Menschen nach Berlin und Wolfsburg kommen.
Wir fordern das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn auf mit dem Landrat und den Bürgermeistern sofort ein akzeptables Ersatzkonzept vorzubereiten. Wir fordern: Verlässlicher Schienenersatzverkehr (SEV) im Express-Takt zu den nächstgelegenen Fernverkehrsknotenpunkten. Kostenlose Nutzung der Ersatzverbindungen oder erhebliche Rabatte auf Monats- und Jahreskarten (z. B. Erstattung des Deutschlandtickets) während der Sperrung.
Sofortige Prüfung alternativer, abschnittsweiser Baukonzepte, um wenigstens einen reduzierten Takt auf der Schiene zu erhalten. Sofortige Bereitstellung zusätzlicher Bundes- und Landesmittel zur dauerhaften Taktverdichtung des ländlichen Busnetzes. Die Linke erklärt sich ausdrücklich solidarisch mit den überparteilichen Protesten der Hansestadt Stendal und fordert ein sofortiges Einlenken des Bahn-Vorstands und ein Machtwort des Bundesverkehrsministers.“
Magdeburg, 2. September 2026

