Hitzeschutz in Kitas - Landesregierung handelt zu spät und zu zögerlich
Zur Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage zu Hitzeschutzkonzepten für Kindertageseinrichtungen in Sachsen-Anhalt erklärt Nicole Anger, Sprecherin für Kinder- und Jugendpolitik sowie Gesundheitspolitik der Fraktion Die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt:
„Extreme Hitzetage sind längst keine Ausnahme mehr, sie sind Alltag. Kinder gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen – und trotzdem liegt bis heute kein verbindlicher Hitzeschutzstandard für Kitas vor. Dass die Landesregierung erst Ende 2025 einen Musterhitzeaktionsplan vorlegen will, ist schlicht zu spät. Jeder Sommer ohne ausreichende Schutzmaßnahmen setzt die Gesundheit der Kleinsten aufs Spiel.
Die Antwort der Landesregierung zeigt zudem deutliche Lücken im Hitzeschutz: Kein Überblick über den tatsächlichen Stand des Hitzeschutzes: Weder gibt es Daten, welche Kitas in den letzten fünf Jahren modernisiert wurden, noch Beispiele für gute Praxis. Ohne Transparenz fehlt die Grundlage für gezieltes Handeln. Kaum direkte Unterstützung: Förderprogramme wie „KLIMA III“ sind kompliziert, setzen kommunale Anträge voraus und haben bisher (Stand August 2025) noch keinen Cent für Hitzeschutzmaßnahmen in Kitas bewilligt. Null Fortbildungsangebote: 2024 gab es keine, 2025 sind keine geplant. Beschäftigte bleiben damit ohne gezielte Unterstützung im Umgang mit Hitzewellen.
Wir brauchen einen verbindlichen, praxisnahen Hitzeschutzstandard, der in allen Einrichtungen umgesetzt wird – mit klarer Finanzierung, einfacher Antragstellung und verpflichtenden Schulungen für das Personal. Kinder haben ein Recht auf einen sicheren Alltag, auch bei 35 Grad im Schatten. Das muss Priorität haben, nicht auf die lange Bank geschoben werden.
Die Linke fordert daher:
- Sofortige Veröffentlichung eines praxisnahen Muster-Hitzeschutzplans.
- Landesweite Erfassung des Ist-Standes der Hitzeschutz-Infrastruktur in Kitas.
- Direkte und unbürokratische Fördermöglichkeiten für Kita-Träger – ohne Umweg über die Kommunen.
- Verpflichtende Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher zum Umgang mit Hitze.
Hitze ist kein abstraktes Klimaproblem, sondern eine akute Gesundheitsgefahr. Wer hier nicht handelt, nimmt gesundheitliche Schäden bei Kindern billigend in Kauf.“
Magdeburg, 8. August 2025

