Eltern unter Druck – Kita-Beiträge steigen erneut kräftig – Spitzenwerte bei +20 Prozent

Aus einer Anfrage an die Landesregierung zu Kitabeiträgen geht hervor, dass Eltern in Sachsen-Anhalt im aktuellen Kitajahr 2025/2026 erneut tiefer in die Tasche greifen müssen. Dazu sagt Nicole Anger, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt:

„In mehr als 40 Kommunen sind wieder die Elternbeiträge für Krippe, Kindergarten und Hort deutlich angestiegen. Besonders hart trifft es Familien in Städten und Gemeinden, in denen die Erhöhungen zweistellig ausfallen. So verlangt die Stadt Halle (Saale) künftig bis zu 13 Prozent mehr, in Gardelegen steigen die Beiträge sogar um 20 Prozent. Im Burgenlandkreis verschärft sich die Lage noch einmal: In Gemeinden wie Balgstädt, Freyburg oder Laucha an der Unstrut werden die Elternbeiträge für Krippe und Kindergarten um mehr als 20 Prozent angehoben. In anderen Orten wie Quedlinburg oder Merseburg liegen die Steigerungen bei rund 12 bis 16 Prozent.

Doch nicht nur die Steigerungen sind das Problem – auch die Unterschiede zwischen den Kommunen sind eklatant. Für einen zehnstündigen Krippenplatz zahlen Eltern in Magdeburg 150 Euro im Monat, in Berga in Mansfeld-Südharz dagegen 348 Euro – also mehr als das Doppelte. Beim Kindergartenplatz klafft die Schere noch weiter auseinander: Während Eltern in Magdeburg nur 80 Euro zahlen, sind es in Laucha an der Unstrut, Kasdorf oder Freyburg satte 252 Euro – mehr als das Dreifache.

Statt endlich für Entlastung zu sorgen, werden Eltern durch die steigenden Beiträge insbesondere in den ländlichen Regionen des Landes zusätzlich belastet. Das verschärft soziale Ungleichheit: Während manche Familien in Magdeburg vergleichsweise moderate Beiträge zahlen, drohen Eltern in kleinen Städten und ländlichen Regionen regelrecht abgehängt zu werden. Bildungschancen werden so vom Wohnort und vom Geldbeutel abhängig gemacht – ein klarer Verstoß gegen das Prinzip gleichwertiger Lebensverhältnisse.

Gute Bildung und Betreuung sind ein Grundrecht – keine Frage des Geldbeutels. Das Land muss für gleichwertige Lebensverhältnisse sorgen und die Kommunen endlich so ausstatten, dass sie gute Betreuung finanzieren können, ohne Familien stärker zu belasten. Beitragsfreie Kitas sind nicht nur ein Gebot sozialer Gerechtigkeit, sondern auch eine Investition in gleiche Chancen für alle Kinder.“

 

Magdeburg, 29. September 2025