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Schulen sehen nach wie vor schweren Zeiten entgegen

Steigende Schüler*innenzahlen und ein beständig sinkender Lehrkräftebestand sind erneut die Vorzeichen für das in drei Wochen beginnende neue Schuljahr. Die Zahl der im Schuldienst befindlichen Stammlehrkräfte wird aufgrund zu geringer Einstellungen voraussichtlich unter das Niveau von 2016, dem  Beginn der Legislaturperiode, sinken. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage (Drs. 7/ 4626) hervor. Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecher Thomas Lippmann:

„Mit jedem neuen Schuljahr unter der Führung von CDU-Bildungsminister Tullner wird der Start in ein neues Schuljahr für die Schulen schwieriger. Unter seiner Verantwortung entfernt sich die reale Unterrichtsversorgung von den Verhältnissen vor seinem Amtsantritt oder gar dem 103%-Ziel im Koalitionsvertrag immer weiter und wird kaum noch die Marke von 97% überschreiten.

Die Schere zwischen dem Unterrichtsbedarf und dem Lehrkräftebestand geht Jahr für Jahr weiter auseinander. Der Bildungsabbau in den allgemeinbildenden Schulen erreicht damit bereits jetzt schon die Dimension der Vorgängerregierung. Bezogen auf die steigenden Schülerzahlen wurde das Bildungsangebot unter Minister Tullner seit 2016 um das Arbeitsvolumen von fast 900 Vollzeitlehrkräfte reduziert. Auf eine zehnjährige Schulzeit gerechnet entspricht allein der Verlust in den letzten vier Schuljahren etwa sechs Monaten weniger Schulbesuch für alle Schülerinnen und Schüler.

Durch die Weigerung bzw. das Unvermörgen, die Einstellungspraxis endlich den Erfordernissen anzupassen, sind die Schulbehörden trotz vorhandener Bewerber*innen weiterhin nicht in der Lage, alle einsatzwilligen Lehrkräfte an das Land zu binden und so zumindest das Ausscheiden von Lehrkräften zu kompensieren.

Die Probleme durch die schlechte Unterrichtsversorgung werden noch dadurch verschärft, dass inzwischen etwa die Hälfte der Neueinstellungen Seiteneinsteiger*innen ohne pädagogische Qualifikation sind. Ohne ausreichende Unterstützung scheitern diese in vielen Fällen nach kurzer Zeit im Unterricht und verlassen den Schuldienst wieder. Was bleibt ist Frust bei Schüler*innen, Eltern und den Kolleg*innen, denen keine neuen Lehrkräfte zur Verfügung stehen.“

 

Magdeburg, 23. Juli 2019


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