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Zum Halbjahr keine Zeugnisnoten – Lernfortschritt ist entscheidend

Nach der Entscheidung der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsident*innen, im Rahmen des verlängerten harten Lockdowns bis Ende Januar die Schulen weitgehend geschlossen zu halten, muss jetzt Klarheit über die Art der Zeugnisse zum Schulhalbjahr und der Abschlussprüfungen geschaffen werden. Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecher, Thomas Lippmann:

„Dass die Schulen wegen der anhaltend hohen Zahl von Neuinfektionen nun doch für mindestens drei Wochen geschlossen bleiben müssen, ist ein schwerer Rückschlag für alle Schüler*innen. Die Schulabgänger*innen dieses Jahres sind dabei der von Corona-Pandemie am stärksten gebeutelte Abschlussjahrgang. Mindestens zwei längere Komplettschließungen, und für einige Schüler*innen auch noch Quarantänezeiten, lassen keine fairen Abschlüsse unter den üblichen Prüfungsbedingungen zu. Bildungsminister Tullner muss hier Verantwortung für die Zukunft der Jugendlichen übernehmen und sich in der Kultusministerkonferenz für eine Anpassung der Prüfungsanforderungen stark machen. Die Schüler*innen dürfen nicht auch noch mit schlechten Abschlüssen für die Pandemie bezahlen.

Für die Erstellung der Halbjahreszeugnisse wird es in diesem Schuljahr für sehr viele Schüler*innen keine oder keine ausreichende Notengrundlage geben. Auf den Halbjahreszeugnissen sollten deshalb keine Zeugnisnoten und Versetzungsvermerke, sondern die bisher erteilten einzelnen Zensuren und eine verbale Einschätzung der Leistungsentwicklung angegeben werden. Das ist für Schüler*innen und Eltern derzeit die einzig sinnvolle Rückmeldung über den erreichten Leistungsstand.

Es kommt jetzt mehr denn je darauf an, die verbleibende Zeit des Präsenzunterrichts vor allem für das Lernen und weniger für das Prüfen zu nutzen. Es muss der Druck genommen werden, auf Biegen und Brechen von den Schüler*innen in viel zu enger Folge Klassenarbeiten oder andere Arten von Leitungsnachweisen zu fordern, erst recht nicht aus dem Homeschooling heraus. Die entsprechenden Erlassvorgaben müssen dringend der veränderten Realität in diesem Schuljahr angepasst werden.“

 

Magdeburg, 7. Januar 2021


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