Zum Internationalen Frauentag: Mehr Frauen in die Parlamente – Demokratie braucht Gleichberechtigung
Anlässlich des bevorstehenden Frauentags sagt Eva von Angern, Vorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Landtag:
„Frauen stellen mehr als die Hälfte der Bevölkerung, aber sie sind in den Parlamenten noch immer deutlich in der Minderheit. Eine Demokratie, in der Frauen systematisch unterrepräsentiert sind, ist nicht vollständig. Im Landtag von Sachsen-Anhalt sind unter den insgesamt 97 Abgeordneten lediglich 25 Frauen. Damit gehört der Frauenanteil im Landtag von Sachsen-Anhalt zu den niedrigsten unter den deutschen Landesparlamenten. Gerade in der AfD-Fraktion (9 Prozent) sowie der CDU-Fraktion (20 Prozent) ist der Anteil von Frauen besonders gering.
Diese Überpräsenz von Männern beeinflusst die Entwicklung Sachsen-Anhalts. Männer machen anders Politik als Frauen und setzen andere Themenschwerpunkte. Neben der ungleichen Repräsentation verschärft sich das politische Klima in den Parlamenten. Gerade durch das Auftreten der zutiefst frauenfeindlichen und rückwärtsgewandten AfD hat sich der Ton gegenüber Frauen deutlich verhärtet. Sexistische und antifeministische Positionen werden zunehmend offen vertreten und tragen zu einem Klima bei, welches Frauen entmutigen und angreifen soll.
Parlamentarische Initiativen für Paritätsgesetze oder strukturelle Verbesserungen der politischen Teilhabe von Frauen werden regelmäßig ausgebremst oder abgelehnt. Wer Gleichstellung ernst meint, muss auch die Voraussetzungen dafür schaffen. Dazu gehören verbindliche Schritte hin zu paritätisch besetzten Parlamenten und ein klares Eintreten gegen Sexismus und Frauenfeindlichkeit – auch im politischen Betrieb selbst.
Der internationale Frauentag erinnert daran, dass Gleichberechtigung nicht selbstverständlich ist. Demokratie bedeutet auch, Macht gerecht zu verteilen. Und dafür braucht es mehr Frauen in der Politik! Der Frauenstreik am 9. März richtet sich gegen eine Gesellschaft, die auf der Arbeit von Frauen aufbaut, sie aber gleichzeitig abwertet, unsichtbar macht und im Zweifel nicht schützt. Er ist Protest gegen Gewalt, gegen ökonomische Abhängigkeit und gegen eine Politik, die Gleichstellung seit Jahren vertagt.“
Magdeburg, 6. März 2026

