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Aus dem Solidarfonds

29. September 2016 Reden/Bildungspolitik/Inklusion/Birke Bull

Birke Bull zu TOP 05: Konzept zur zukünftigen Gestaltung von Förderschulen

Sie präsentieren mit Ihrem Antrag den aller-, aller-, allerkleinsten gemeinsamen Nenner Ihres Regierungsbündnisses. Ich weiß, mehr ist nicht machbar. Denn die einen möchten, vielleicht unterschiedlich gewichtet, Inklusion am besten begraben, die anderen müssen sich mit dem weitest gehenden Stillstand begnügen. Deshalb bleiben Sie uns und der Öffentlichkeit schuldig, was Rahmen und Richtung Ihres Antrages sein soll. Genau darum drücken Sie sich. Ich will vier Bemerkungen zu Ihrem Antrag bzw. zu unserem Änderungsantrag machen.Zum Ersten. Ich finde, Inklusion ist eine großartige Vision und ein Menschenrecht und demokratisch. Alle Kinder lernen miteinander in vielfältigen Lernprozessen. Vor allen Dingen erleben sie Gleichwertigkeit in der Differenz. Ich finde, das ist auch pädagogisch eine spannende Sache. Bildung braucht Vielfalt und nicht Einfalt. Ich will aber gleichzeitig sagen, es ist eine riesige Herausforderung, und zwar deshalb, weil man nahezu alles, was althergebracht ist oder scheint, infrage stellen muss.Für diejenigen, die es nicht allzu gern haben: Es ist ein ratifiziertes Gesetz. Wir können hier nicht mehr über die Frage des Ob reden, sondern es ist nur noch eine Frage des Wie. Ich weiß, das finden nicht alle gleich gut. Eine beliebte oder subtile Strategie der Ablehnung ist immer die Umdeutung. Deshalb finde ich es schon immer wieder notwendig zu erklären, worum es eigentlich geht.Die Prämissen sind: Erstens. Vielfältige Lebenslagen und Lernvoraussetzungen sind Normalität. Entscheidend dabei ist, dass jede und jeder Wertschätzung, und zwar gleichermaßen Wertschätzung und Teilhabe erfährt oder, anders gesagt, dass alles, was Unterschiede in Misskredit bringt oder Chancen vorenthält, überwunden gehört.Zweitens. Inklusion in Bildungsprozessen heißt gemeinsames Lernen voneinander und miteinander.Drittens. Diese Unterschiede muss man produktiv machen. Das ist und bleibt - ich wiederhole mich - eine ganz große Herausforderung. Deshalb ist es uns wichtig, noch einmal ganz klar zu sagen: Die Zukunft liegt im gemeinsamen Unterricht, im gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen, von Kindern aus unterschiedlichen Kulturen und unterschiedlichen Religionen, von unterschiedlicher sozialer Herkunft und vieles andere mehr.Zum Zweiten. Wenn Theorie auf Praxis trifft, dann ist es immer so, dass Ideale nur noch Näherungswerte sind. Deshalb bleibt dieser Prozess einer der ständigen Auseinandersetzung. In Sachsen-Anhalt ist es so, dass Erfolg und Misserfolg sehr nah beieinanderliegen und dass wir seit vielen Jahren keine Balance mehr zwischen dem einen und dem anderen haben. Es gibt erfolgreiche Schulen und Projekte, aber es gibt viel zu viele, die die Segel gestrichen haben. Hierzu will ich noch einmal klar sagen: Das ist selbstgemachtes Leid; denn der Misserfolg ist in allererster Linie mit dem akuten Personalmangel zu begründen. Ich finde es gut, wenn Frau Gorr sagt, Sie seien kurzsichtig gewesen. Entscheidender ist aber die Frage, ob Sie jetzt weitsichtig werden.Zum Dritten. Die Kolleginnen und Kollegen an den Förderschulen leisten Bewundernswertes. Sie fördern die Kinder nach den Möglichkeiten, die eine Förderschule bietet. Sie geben ihnen Zuversicht und auch emotionale Zuwendung, zumindest in den meisten Fällen. Trotzdem ist es so, Schülerinnen und Schülern in den Förderschulen fehlen nun einmal die gleichaltrigen stark oder anders Begabten. Es fehlen ihnen kognitive Anreize und Impulse. Und zur Wahrheit gehört auch, es ist extrem schwer bis unmöglich, den Rahmen der Förderschule zu verlassen und eine andere Schullaufbahn einzuschlagen.Schülerinnen und Schülern an den Regelschulen wiederum fehlen die Erfahrungen mit besonderen Lernstrategien, mit besonderen Lebenssituationen. Ihnen fehlen die Erfahrungen, welche anderen Lernstrategien man entwickeln kann, wovon auch sie profitieren könnten.Zum Vierten. Der Umbauprozess ist nicht nur komplex und kompliziert, sondern er gestaltet sich auch als Dilemma, weil: Die Zukunft der Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen ist an der Regelschule. Das Problem ist nur, weniger Förderschülerinnen und Förderschüler, also mehr im gemeinsamen Unterricht, brauchen nicht gleichermaßen weniger Förderpädagoginnen und Förderpädagogen. Auch kleine Klassen in den Förderschulen kommen nicht mit einem halben oder mit einem Dreiviertellehrer aus. Solange wir zwei Säulen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben, stecken wir im Dilemma fest. Deswegen müssen wir über den Übergang nachdenken.Damit bin ich bei Ihrem Antrag, gegen den man im Wesentlichen nichts einwenden kann. Ich freue mich vor diesem Hintergrund auf eine sachliche Diskussion im Ausschuss. Ich hätte gern noch dazu die Frage gestellt, wie es gelingen könnte, einen solchen Übergang mit Kooperationsklassen unter dem Dach der Regelschule zu gestalten. Ich denke, es wird uns sicherlich gelingen, sachlich und konstruktiv in einen Austausch zu treten, auch wenn wir am Ende nicht die gleichen Pfade favorisieren. Mehr...

 
 

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16. August 2017

Mehr direkte Demokratie, gute Kinderbetreuung, gleiche Lebensverhältnisse in Ost und West

Unser Fraktionsvorsitzende Swen Knöchel und unser Landesvorsitzende Andreas Höppner stellten die Ergebnisse unserer diesjährigen Sommerklausur vor

Auf der traditionellen Sommerklausur in Wörlitz hat unsere Fraktion die Weichen gestellt für die politischen Initiativen und Schwerpunkte der kommenden Monate. Die Ergebnisse wurden nun der Öffentlichkeit präsentiert:

Wir werden uns verstärkt für mehr direkte Demokratie in Sachsen-Anhalt einsetzen und ein entsprechendes Volksabstimmungsgesetz vorlegen. Auch wurden Positionen zur Novellierung des Kommunalverfassungsgesetzes erörtert.

Beitragsfreiheit in der Kinderbetreuung ist und bleibt unser Ziel. Bereits im Juni legte die Fraktion mit einem eigenen Gesetzentwurf ihre Vorschläge auf den Tisch. In der nächsten Landtagssitzung wird unsere Fraktion mit einem Antrag die Landesregierung und die Regierungsfraktionen zu einer Position zur allseits versprochenen Beitragsfreiheit auffordern.

Ebenfalls in der kommenden Landtagssitzung werden wir eine aktuelle Debatte zum Dieselskandal beantragen. Angesichts der Dimension des Skandals, hält unsere Fraktion eine Positionierung der im Landtag vertretenen Fraktionen zum Thema für dringend geboten.

Die Angleichung der Lebensverhältnisse von Ost und West - wie von Dietmar Bartsch und Gregor Gysi im "Gerechtigkeitsplan Ost" kürzlich gefordert - ist ein zentrales Anliegen unserer Fraktion.

Weitere Infos zu den Ergebnisse der Sommerklausur gibt's hier...

Weitere Meldungen
12. Juli 2017 Birke Bull/Presseerklärung/Bildungspolitik/Schulstruktur

Den Mangel beenden - dann klappt´s auch mit den Ganztagsschulen

In Sachsen-Anhalt gibt es mittlerweile 109 Ganztagsschulen, in denen Schüler*innen im Rahmen einer Rundum-Betreuung neben dem Schulunterricht auch Freizeitangebote nutzen können. Doch die Auswirkungen des Lehrer*innenmangels bekommt auch diese Schulform deutlich zu spüren. Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin Birke Bull-Bischoff: Mehr...

 
9. März 2017 Birke Bull/Kristin Heiß/Kleine Anfrage/Bildungspolitik

Entgeltbedingungen der Schulsozialarbeiter/innen im ESF-Projekt „Schulerfolg sichern“ des Landes Sachsen-Anhalt

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Gesellschaftliche Auseinandersetzung bleibt bestehen

Erklärung der Landesvorsitzenden, Birke Bull-Bischoff, und der innenpolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion, Henriette Quade, zur Ablehnung des Antrages auf ein NPD-Verbot durch das Bundesverfassungsgericht: Im Rückblick auf die Verbrechen des Nationalsozialismus empfinden viele Genossinnen und Genossen der LINKEN die Parteiprivilegien der... Mehr...

 
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Sicherung der Kofinanzierung von Bundesprogrammen ab 2017 durch Landesmittel

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Vielfalt ist Normalität und Vielfalt ist auch willkommen. Wichtig ist eine grundsätzliche und prinzipielle Wertschätzung für unterschiedliche Lebenslagen, für die unterschiedliche kulturelle und religiöse Herkunft, wichtig sind demokratische und respektvolle Lösungen von Konflikten. Es geht um Teilhabe, um Individualität und letztlich um nicht... Mehr...