Vor dem Hintergrund der Zulassung der genveränderten Kartoffelsorte „Amflora“ erklären die Agrarpolitiker der Fraktion Hans-Jörg Krause und Harry Czeke:
„Das Gerangel um die Zulassung der Amflora-Kartoffel geht seit 1996. Nun hat der Chemiekonzern BASF es geschafft – sie ist auf dem Markt. Während in herkömmlichen Kartoffeln die Stärke in zwei Formen vorliegt (Amylose u. Amylopektin), soll in der genveränderten Variante ausschließlich das u.a. für die Papier- und Textilindustrie interessante Amylopektin produziert werden. Ein scheinbarer Vorteil für die Wirtschaft, weil die Stärkeformen nicht mehr getrennt werden müssen.
Verschwiegen bzw. ignoriert wird jedoch, dass es bereits gentechnikfreie Alternativen mit den gleichen Eigenschaften gibt. Was soll also eine Kartoffel, die nicht gebraucht wird?
Zudem warnen Kritiker von dem in der Kartoffel befindlichen Antibiotikaresistenz-Gen, einem Markergen, das in der Gentechnik verwendet wird, um gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zu kennzeichnen bzw. zu "markieren". Mit diesen Markergen verbreitet die Pflanze eine Resistenz gegen wichtige Antibiotika. Über den Futtertrog und so gefütterte Tiere kommend, ist es kaum auszuschließen, dass die „Gefahr“ auf unserem Teller landet. Der aus der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eingeworfene Hinweis, wonach eine Gefährdung durch dieses Markergen "unwahrscheinlich" sei, ist nun wirklich eher beängstigend als vertrauensbildend.
Was außerdem bleibt, ist der Verdacht, dass Amflora für den Chemiekonzern BASF, der bisher kaum eine Rolle im weltweiten „Konzert der Gentechniker“ gespielt hat, die Einstiegsdroge für weitere GVO sein soll.“
Magdeburg, den 4. März 2010