1. September 2010

Der Boden – eine der wichtigsten Existenzgrundlagen der Menschen

Am 2. September vor 65 Jahren ist auf einer Kundgebung von Landarbeiterinnen und Landerbeitern sowie Bäuerinnen und Bauer in Kyritz die Bodenreform ausgerufen worden. Anlässlich dieses Ereignisses erklärt der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Hans-Jörg Krause:

„Mit der antifaschistisch demokratischen  Bodenreform wurde erstmals in der deutschen Geschichte eine jahrhundertealte Forderung verwirklicht, den Boden in die Hände zu legen, die ihn bearbeiten. Nach der faschistischen Barbarei und dem verheerenden 2. Weltkrieg ist die Bodenreform zusätzlich unter einem besonderen Licht zu sehen. Im Ergebnis der Bodenreform wurden 2,2 Mio. ha Land an (landarme) Bauern, Landarbeiter, Arbeiter und Angestellte verteilt – darunter viele Umsiedler und Flüchtlinge aus Gebieten östlich von Oder und Neiße, die im Ergebnis des Krieges all ihr Hab und Gut verloren hatten. Mit dem Bodenreformland waren sie in der Lage, sich eine neue Existenzgrundlage aufzubauen.

Bewertet man die Bodenreform unter diesem Blickwinkel und aus ihrer Zeit heraus, so wird man nicht umhin kommen, das humanistische Anliegen der demokratischen Bodenreform akzeptieren zu müssen. Darum gehörte die Bodenreform zu den - wenn auch wenigen - politischen und sozialökonomischen Entscheidungen, die damals von allen  Besatzungsmächten getragen wurden.

Die PDS und heute DIE LINKE haben nie in Abrede gestellt, dass es im Verlauf der Bodenreform auch Repressalien, Ungerechtigkeiten, Denunziationen, menschliche Härten und sicher auch Verbrechen gab. Wofür wir aber nach wie vor stehen: Ein Verbrechen war die Bodenreform nicht.

In diesem Sinne haben sich bereits die PDS und heute DIE LINKE in den zurückliegenden 20 Jahren stets für den Erhalt der Ergebnisse der Bodenreform eingesetzt und sich nicht beirren lassen, wenn es um Rechte der Eigentümer von Bodenreformgrundstücken ging. So wird es DIE LINKE auch künftig halten.“

Magdeburg, 1. September 2010