Zur Zeit wird gefiltert nach: Henriette Quade

12. September 2018

Der AfD geht es nicht um Trauer, Gedenken oder Wahrheit. Es geht ihr um geistige Brandstiftung

Zu einem aufgetauchten Audiofile, das der AfD-Abgeordnete Hannes Loth zum Anlass nimmt, der Landesregierung im Zusammenhang mit dem Todesfall eines jungen Mannes in Köthen Vertuschung vorzuwerfen, erklärt die innenpolitische Sprecherin Henriette Quade:

„Diese Nachricht habe ich auch bekommen. Ich erhielt sie über mein Twitterprofil und habe ich sie den zuständigen Behörden weitergeleitet, da ich sie für ermittlungsrelevant hielt. Das halte ich für eine Selbstverständlichkeit und gehe davon aus, dass das jede und jeder so machen würde. Zudem informierte ich den Innenminister. Er bat mich, die Nachricht an sein Büro zu schicken, was ich auch tat.

Das hätte Herr Loth auch tun können, er handelte aber offenbar anders. Nämlich in einer Weise, die Fragen aufwirft, ob Herr Loth eigentlich Interesse daran hat, dass alles dafür getan wird, den Tod von Markus B. umfassend aufzuklären. Oder hat er die aus seiner Sicht „authentischen“ Informationen an die Polizei weitergeleitet? Das können nur er und das Innenministerium beantworten.

Bleibt aber der Blick auf seinen öffentlichen Umgang mit dieser - wie er ja selbst findet - wichtigen Information: Dass er sie an die Polizei weitergeleitet hat, geht aus dem Bericht, soweit ich sehe, nicht hervor. Er maßt sich stattdessen Kompetenzen an, die er nicht hat, um sich mit reißerischen Behauptungen medial in Szene zu setzen und den Tod eines Menschen politisch zu instrumentalisieren.

Klar, Hannes Loth versucht hier wichtig zu tun. Doch dieser Umgang mit möglichen relevanten Erkenntnissen zeigt passend zur gestrigen AfD-Demo: Weder Herrn Loth, noch der AfD geht es um Trauer, Gedenken oder Wahrheit. Es geht ihr um die Durchsetzung ihrer politischen Ziele und um geistige Brandstiftung."


Magdeburg, 12. September 2018