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6. Februar 2018

Vernunft setzt sich durch? - Cannabis endlich legalisieren

Zum Statement des Bundes der deutschen Kriminalbeamten (BdK) zur Legalisierung von Cannabis erklärt die innenpolitische Sprecherin Henriette Quade:

Die jüngste Positionierung zum Thema Cannabislegalisierung durch den BdK ist erfreulich klar und deutlich. Wir teilen die Position von André Schulz in dieser Frage ausdrücklich, wenn er darauf verweist, dass das Verbot von Cannabis „historisch betrachtet willkürlich erfolgt und bis heute weder intelligent noch zielführend“ ist. Der BdK schließt sich damit der Positionierung vieler Mediziner*innen, Straftrechtler*innen und Sozialarbeiter*innen an.

Die Cannabisprohibition ist nicht nur bei einem Vergleich der Gefahren, die von Zigaretten- und Alkoholkonsum ausgehen, nicht rational begründbar. Sie führt auch keineswegs dazu, dass Cannabis nicht konsumiert wird. Was allerdings damit erreicht wird, sind mangelnde Aufklärung über Wirkweise und mögliche negative Folgen und gesundheitliche Gefahren, keinerlei Kontrolle über Verunreinigungen und Wirkstoffgehalt der illegal gehandelten Substanzen und - aus der Illegalität resultierend - enorme Belastungen für Polizei und Justiz.

Gerade wer Jugendschutz und gesundheitliche Aufklärung will, muss einsehen, dass beides mit einer auf Vernunft und Lebenswirklichkeit basierenden Drogenpolitik eher erreicht werden kann, als mit Verboten. Die Legalisierung von Cannabis ist überfällig. Menschen müssen selbst entscheiden können, ob, wie und wodurch sie sich berauschen wollen. Wer findet, Cannabis sei der Einstieg in die „Drogenszene“, sollte die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen die Cannabis konsumieren wollen, nicht zu Dealern gehen müssen, sondern sich im Wissen um alle Risiken frei entscheiden können.

Es gibt bessere Möglichkeiten in der Drogenpolitik, als vor allem auf Repression zu setzen. Dazu gehört Entscheidungsfreiheit in der Frage des Cannabiskonsums genauso wie umfassende und nachhaltige Hilfe für Suchtkranke. Mit Verboten, Prohibition und Kriminalisierung hat entsprechende Hilfe allerdings nichts zu tun.


Magdeburg, 6. Februar 2018