Die Zweite Phase der Lehramtsausbildung in Sachsen-Anhalt ist in der letzten Zeit in verschiedener Hinsicht neu gestaltet worden. Die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Edwina Koch-Kupfer erklärt dazu:
„Die modularisierte und auf 16 Monate verkürzte zweite Ausbildungsphase der Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen-Anhalt läuft noch nicht rund. Als vor wenigen Tagen die Abschlusszeugnisse überreicht wurden, wandten sich angehende Lehrerinnen und Lehrer in einem offenen Brief an den zuständigen Minister und Abgeordnete.
DIE LINKE nimmt die Sorgen der Kolleginnen und Kollegen ernst und wird in die Januarsitzung des Landtages einen Antrag einbringen, der die Landesregierung zu einer klaren Analyse der Ausbildung auffordert und Schlussfolgerungen verlangt. Dabei sollte sie auch verstärkt das Gespräch mit Referendarinnen und Referendaren, Anwärterinnen und Anwärtern sowie jungen Lehrkräften suchen.
Besonders wichtig ist für uns, dass genügend gut qualifizierte Ausbilderinnen und Ausbilder zur Verfügung stehen. Vor allem die Mentorinnen und Mentoren an den Ausbildungsschulen brauchen die erforderliche Zeit und Anerkennung für ihre Arbeit. DIE LINKE fordert daher eine ausgewogene Fortbildung für die zahlreichen neuen Kolleginnen und Kollegen in der Lehrerausbildung, die in Verbindung mit der Aufstockung der Ausbildungskapazitäten ihre Tätigkeit aufgenommen haben.
Außerdem ist es uns wichtig zu erfahren, wie erfolgreich die neue Lehrerausbildung in der Zweiten Phase wirklich ist. Wie sehen die Prüfungsergebnisse aus, wie kommen die Anwärterinnen und Anwärter, Referendarinnen und Referendare mit der Ausbildungszeit klar und wie viele müssen Ausbildungsverlängerung beantragen?
Für meine Fraktion genügt bei dieser Problematik nicht allein der Blick auf die Staatlichen Seminare und die Ausbildungsschulen. Wenn es um Schlussfolgerungen geht, muss die gesamte Lehrerausbildung in den Blick.
Gerade bei der jetzt schon angespannten Personalsituation an den Schulen, die sich in den nächsten Jahren noch verschärfen wird, ist für uns die Ausbildung der künftigen Lehrerinnen und Lehrer eine Schlüsselfrage. Die wachsenden Aufgaben einer anspruchsvollen schulischen Allgemeinbildung verlangen in erster Linie gut ausgebildete und hochmotivierte Lehrerinnen und Lehrer.“
Magdeburg, 20. Dezember 2011