20. August 2010

Urlaubskürzung kurzsichtig, undurchdacht und unsozial

Zur Forderung des Unternehmerverbands mittelständische Wirtschaft (UMW), künftig zwei Wochen Urlaub weniger pro Jahr machen, erklärt die gewerkschaftspol. Sprecherin der Fraktion Edeltraud Rogée:

„Eigentlich erscheint der Vorstoß des UMW wie ein Versuch, wenigsten im Sommerloch einmal wahrgenommen zu werden. Aber leider ist die Angelegenheit ernster: Was hier gefordert wird, zielt je nach Betrachtung auf eine Lohnkürzung oder auf die Verlängerung der Arbeitszeit – und das, wo gerade das Ende der Krise und der Aufschwung bejubelt werden.

Hinzu kommt dies: In Deutschland ist nicht einmal die Hälfte der Arbeitnehmer tarifgebunden, und ihre Arbeitsverträge ziehen sich auf die gesetzliche Regelung der Urlaubszeiten von 24 Tagen zurück. Da kann es leider nicht verwundern, wenn Unternehmen die Arbeitgeberverbände verlassen, gibt ihnen das doch scheinbar mehr Freiheiten. Allerdings - motivierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind für gut funktionierende Unternehmen unverzichtbar, ständiger Druck führt eher zu Resignation und zu schlechteren Ergebnissen.

DIE LINKE steht für die Tarifhoheit, die Aushandlung der Einkommens- und Arbeitsbedingungen mit den Gewerkschaften in Tarifverträgen ist eine wichtige Form der Demokratie und erhöht die Verbundenheit beider Seiten für die Unternehmen.
Statt solche kurzsichtigen, undurchdachten und unsozialen Vorschläge wie die Urlaubsverkürzung in die Welt zu setzen, sollten die Unternehmen konsequent nach Tarif zahlen und sich für den gesetzlichen Mindestlohn einsetzen. Beides läge in ihrem ureigensten Interesse.“

Magdeburg, 20 . August 2010