Vor dem Hintergrund der EHEC-Erkrankungswelle erklärt der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Hans-Jörg Krause:
„Die EHEC-Erkrankungswelle hat nicht nur zu einer massiven Verunsicherung und zu großer Sorge bei den Menschen geführt, sondern auch zu ruinösen Auswirkungen bei Agrarunternehmen.
Abgesehen davon, dass diese Krankheit in der Tat nicht unterschätzt werden sollte, sind es auch hier wieder die Landwirte und insbesondere die Gemüseanbauern und Gartenbaubetriebe für die dieser EHEC-Einbruch schuldlos in eine betriebliche Katastrophe mündet. Auch wenn jetzt Unterstützung versprochen wird, ist es dennoch bestürzend, mit welch einem Medienspektakel einerseits und mit welcher Konzeptions- und Hilflosigkeit die Regierungen anderseits dieses Problem angehen.
Wenn weiter ausschließlich auf marktorientierte und auf Globalisierung und Konzentration ausgerichtete Wirtschaftsprozesse gesetzt wird, besteht die Gefahr, den Wettlauf mit Krankheiten und um einen sicheren Verbraucherschutz endgültig zu verlieren.
In Erwartung einer anderen gemeinsamen EU-Agrarpolitik fordert DIE LINKE langfristige Rahmenbedingungen, die in der Agrar- und Ernährungswirtschaft regionale Stoffkreisläufe und Selbstversorgung stärker fördern und ungerechtfertigte überregionale Versorgungs- und Transportleistungen spürbar zurückdrängen. Eine solche Land- und Ernährungswirtschaft, in der Produktion und Verarbeitung in unmittelbarer Nähe zum Verbraucher stattfinden, würde automatisch unter ständiger öffentlicher Kontrolle stehen, weil ihre Produktionsbedingungen weniger anonym wären. Daraus ergäbe sich auf lange Sicht eine echte Chance für eine gesunde Ernährung der Menschen, für die Landwirtschaft und Landwirte in jeder Region Europas, für mehr Arbeit und Auskommen in den ländlichen Räumen sowie für die natürliche Umwelt insgesamt.
Ein solches Umdenken in der Agrarpolitik ist dringend nötig. Lebensmittel müssen sicher und aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich sein, egal ob sie aus einem Ökobetrieb oder der konventionelle Landwirtschaft kommen.“
Magdeburg, 10. Juni 2011