28. Juni 2016

Anzahl der Pflegekräfte an Krankenhäusern unbefriedigend

Auf Grundlage der Antwort der Landesregierung auf eine Kleinen Anfrage zum Pflegekraftschlüssel an Krankenhäusern erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Dagmar Zoschke:

„Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Frage des Personalschlüssels für die Pflegekräfte an den Krankenhäusern eine noch wichtigere Rolle einnimmt, als die der tariflichen Entlohnung. Der Arbeitskampf an der Charité um einen tariflichen Pflegekraftschlüssel hat das Thema der permanenten Arbeitsüberlastung der Pflegekräfte weit über Berlin hinaus bekannt gemacht.

Auch die Antwort auf die Kleine Anfrage zur Personalentwicklung an den Krankenhäusern (s. hier) hierzulande hat das bestehende Problem sichtbar gemacht. Während die Anzahl des ärztlichen Personals innerhalb des Zeitraums 2005 und 2014 von 3.991 auf 4.878 doch recht deutlich angehoben werden konnte, hat sich die Anzahl des Pflegepersonals im gleichen Zeitraum von 11.767 auf 11.374 sogar verringert, obwohl sich gleichzeitig die Anforderungen, wie z.B. im Bereich der Pflegedokumentation, erhöht haben. Kein Wunder, dass sowohl ein hoher Krankenstand als auch eine hohe Fluktuation Kennzeichen der stationären Pflege sind.

Der niedrige Personalstand geht dabei sowohl zulasten der Beschäftigten als auch der Patient*innen. Aus dieser Sicht ist die Antwort der Landesregierung enttäuschend, da sie offensichtlich keine eigenen Maßnahmen zur Entschärfung dieser Problematik plant. Aus Sicht der LINKEN sollte dabei die Frage der Personalbemessung eine Rolle bei der Neuausrichtung der Krankenhausplanung spielen.  Darüber hinaus sollte sich die Landesregierung auf Bundesebene für einen gesetzlichen Personalschlüssel in der stationären Krankenhauspflege einsetzen.

Enttäuschend ist zudem die Antwort auf die Frage nach den Tarifverträgen. Mit dem Verweis auf die Vielfalt der Verträge wurde erklärt, dass hierzu keine detaillierten Angaben getroffen werden könnten. Es wäre so aufschlussreich wie interessant zu erfahren, welche Unterschiede hier zwischen den einzelnen Trägergruppen existieren.“

Magdeburg, 28. Juni 2016