29. August 2012

Durchhalteparolen für einen Kanal, den niemand braucht

Zum eisernen Festhalten von Verkehrsminister Webel am Saalekanal erklärt der Sprecher der Fraktion für Landesentwicklungspolitik Dr. Uwe-Volkmar Köck:
 
„Für-gut-erachten“ lautet die Marschroute des Auftraggebers. Und hinterher: Der Gutachter war sein Geld wert, wenn ihm seriös gelang, Hoffnungen auf eine plötzliche Umkehrung langjähriger Trends zu wecken. Durch Annahmen und Prognosen der in Aussicht stehenden Gütermengen. Selbstverständlich positiven, wie das in der Wirtschaftswelt üblich ist. Ansonsten wäre ein Kurssturz der eigenen Aktie die Folge.

Die Zahlen werden variiert, und am Ende wird die Plausibilität der Vorzugs-Variante mit den anderen erklärt. Diese Art der Begründung für eine Verkehrswegeplanung hat schon vor 10 Jahren der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) anprangert. Da braucht man sich nicht zu wundern, dass ein aufwändiger Ausbau und Neubau von Verkehrsinfrastruktur kein Garant für nennenswerte Mehrverkehre ist.

Beim Saalekanal müssten die Güter von inzwischen etablierten Transportketten abgeworben werden. Etwa über Dumpingpreise? Der Hauptkonkurrent ist zudem die Bahn. Es gibt Grenzen, die die Saale der Schiffsgröße setzt. Es gibt zu niedrige Brücken für einen Containerverkehr.

DIE LINKE hat im Laufe der Zeit alternative Vorschläge eingebracht, die ohne einen Ausbau auskommen würden. Den vorgeschlagenen Shuttle-Verkehr mit Schubbooten durch einen Gutachter einmal auf Machbarkeit prüfen zu lassen – kein Interesse, kein Geld. Was bleibt sind sinnentleerte Durchhalteparolen für einen Kanal, den niemand braucht.“

Magdeburg, 29. August 2012