Zu den Forderungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Sachsen-Anhalt (GEW) und der Erwiderung des Kultusministerium erklärt Matthias Höhn, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE:
„Das Land Sachsen-Anhalt steuert in den nächsten Jahren auf einen massiven Lehrkräftemangel zu. Aufgrund der Alterstruktur des Lehrerpersonals werden ab Mitte der nächsten Legislaturperiode jedes Jahr mehrere Hundert Lehrerinnen und Lehrer den Schuldienst verlassen und in den Ruhestand gehen.
DIE LINKE weist seit geraumer Zeit auf dieses Problem hin und ist darum in der Vergangenheit mehrfach im Landtag aktiv geworden. Anträge zur Aufstockung der Kapazitäten an der Martin-Luther-Universität und der Staatlichen Seminare bzw. zur Erweiterung des Einstellungskorridors des Landes wurden jedoch durch die Koalitionsfraktionen CDU und SPD stets abgelehnt. Die jetzt mit dem Doppelhaushalt vereinbarten Schritte weisen zwar in die richtige Richtung, reichen aus Sicht der LINKEN aber bei Weitem nicht aus.
Die Landesregierung strebt mittelfristig den Abbau auf 13.000 Stellen an, bis 2025 sogar eine Reduzierung auf unter 10.000 Stellen. Diese Abbauziele werden von der LINKEN klar zurückgewiesen. Wir bleiben dabei: schon jetzt sollte das Land mit einem erweiterten Einstellungskorridor und einem spürbaren Ausbau der Ausbildungskapazitäten auf den drohenden Lehrermangel reagieren.
Sollte die Landespolitik auf eine ausreichende Vorsorge in diesem Sinne verzichten und die verkündeten Zielmarken tatsächlich realisieren, würde dies das Schulsystem in Sachsen-Anhalt vor schwierige bedarfsmindernde Eingriffe stellen, z.B eine weitere Konzentration der Schulstandorte, um die Klassenfrequenz deutlich zu erhöhen, eine Verlängerung der Lehrerarbeitszeit oder gar Abstriche an der Stundentafel und damit an der Qualität der Schulbildung. DIE LINKE erwartet von der Landesregierung endlich Klarheit über die Frage, wie sie ihre drastischen Abbauzahlen mit guter Schule in Sachsen-Anhalt in Einklang bringen will.“
Magdeburg, 1. Februar 2010