29. Mai 2009

Metropolregion Mitteldeutschland ist Kopfgeburt – mit Magdeburg als Vorort

Kann man mit der Umbenennung der Metropolregion Halle/Leipzig-Sachsendreieck in Metropolregion Mitteldeutschland noch mitgehen, so ist die Aufnahme von Jena und Magdeburg  Ausdruck der herrschenden Konzeptionslosigkeit  in den Rathäusern der beteiligten Städte.

Welche Rolle soll ein solch’ breiartig ausuferndes und allmählich die Zwischenräume zwischen den Metropolregionen Nürnberg, Brandenburg-Berlin und Hannover auffüllendes Konstrukt im Konzert der Metropolen Berlin, Hamburg, München oder Stuttgart spielen? Das einer Silikonfuge? Am Ende droht die Aberkennung des „Status“ Metropolregion.

Nach Auffassung von Dr. Uwe-Volkmar Köck, Raumordnungsexperte der Landtangsfraktion DIE LINKE in Sachsen-Anhalt und Stadtrat in Halle, bietet allein die Konzentration auf einen kompakten Kern die Chance, wenigstens einigen der für derartige Regionen geltenden Indikatoren (hochwertige globale Wirtschaftsfunktionen und Dienstleistungen, die ein hohes Einkommensniveau und eine gut entwickelte Infrastruktur ermöglichen etc.) näher zu kommen.

Gerade von der für essentiell erachteten hohen Qualität der regionalen Governance und Solidarität ist Mitteldeutschland noch meilenweit entfernt. Insbesondere sind die Einwohnerinnen und Einwohner nur Zählmasse.

Die Metropolregion Mitteldeutschland bis jetzt eine reine Kopfgeburt. Statt sich kreativ an das potenzielle Gravitationszentrum einer wirklichen Metropolregion Mitteldeutschland - Leipzig - anzudocken, leben Halle und seine Umlandgemeinden ohne Aussicht auf baldige Besserung ihre Stadt-Umland-Konflikte aus. Und nun kommt Magdeburg als metropolitaner Vorort noch dazu.

Magdeburg, 29. Mai 2009

(Hier ein Diskussionsangebot der LINKEN zum Thema Metropolregion)