Laut einer Analyse der Wirtschaftsauskunftei Bürgel ist ein beunruhigender Anstieg von Firmeninsolvenzen zu verzeichnen, von dem Sachsen-Anhalt in besonderem Maße betroffen ist. Dazu erklärt der wirtschaftspol. Sprecher der Fraktion Dr. Frank Thiel:
„Die Krise in Sachsen-Anhalt ist real vorhanden. Seit Wochen mahnt DIE LINKE, den Tatsachen ins Auge zu schauen, anstatt wie die Landesregierung zu meinen, es werde schon nicht alles so schlimm werden. Nun bestätigt sich, dass Sachsen-Anhalt von Firmenpleiten in besonderem Maße betroffen ist, hier ist u.a. für das 1. Quartal 2009 der stärkste Insolvenzzuwachs zu konstatieren.
Fehlende Aufträge, Zahlungsrückstände oder Mangel an Eigenkapital werden als häufige Ursachen für das Ansteigen von Firmeninsolvenzen benannt. Mit staatlichen Fördergeldern allein lassen sich diese Probleme nicht lösen.
Und allein nach der Devise von Wirtschaftsminister Haseloff "Wir fahren auf Sicht!" lassen sich zukunftsfähige Produkte und Märkte nicht erschließen. Da ist die Gefahr groß, das Schiff schnell auf die Klippen zu setzen.
Nach Aussagen des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit haben bisher etwa 60 Unternehmen die Hotline zu Fragen bezüglich Hilfe und Unterstützung genutzt, im gleichen Zeitraum mussten etwa 200 Firmen in die Insolvenz gehen.
DIE LINKE fordert die Landesregierung auf, die Fakten endlich ernst zu nehmen, anstatt ständig nur das Prinzip Hoffnung zu bemühen. Anstelle regierungsamtlicher Lustlosigkeit bei der Umsetzung des Konjunkturpakets II muss hier Tempo aufgenommen werden – das wäre wenigstens ein erster Schritt, Unternehmen in Sachsen-Anhalt zu dringend benötigten Aufträgen zu verhelfen.“
Magdeburg, 28. Mai 2009