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22. August 2017

Zugang zu modernen Medien darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen

Zum heute vorgestellten Entwurf eines neuen Landeskonzepts für Digitale Bildung und den geplanten Glasfaseranschlüssen für alle Schulen in Sachsen-Anhalt erklärt Hendrik Lange, netzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE:

„Das Ausstattungsprogramm zur digitalen Infrastruktur der Schulen muss zügig umgesetzt werden. Konkrete Absprachen zwischen Land und den für Schulausstattung zuständigen Kommunen sowie den dienstleistenden Unternehmen gehören nicht auf die lange Bank! Fortgeschrittene Schulen haben schon seit einiger Zeit tragfähige Konzepte erarbeitet, die nicht länger auf Eis liegen dürfen. Zudem müssen sich die Maßnahmen in die derzeitigen Schulbauprogramme um Stark III eingliedern lassen.

Zu klären ist auch, wer die Betreuung der neuen digitalen Infrastruktur übernimmt. Hierzu braucht es Lösungen jenseits der Beauftragung von InformatiklehrerInnen.

Breitbandanschlüsse und Computertechnik bringen allein noch keine bessere Lernatmosphäre und keine besseren Lernerfolge. Sie sind wichtige Voraussetzungen. Um sie zum Tragen zu bringen, braucht es von Firmeninteressen unabhängige Qualifizierungsangebote auch schon in der Lehrerausbildung, die auf den pädagogischen Prozess gerichtet sind. Die Fraktion DIE LINKE erwartet hier mehr Engagement der Landesregierung als bisher. Und dieses Engagement muss besser bei den Schulen und den Lehrerinnen und Lehrern ankommen.

Es muss klar werden, Medienkompetenz und die Fähigkeit zum selbstbestimmten und verantwortungsvollen Umgang mit einer zunehmend digitalen Welt sind heute zu Schlüsselkompetenzen für die Zukunft geworden, sie sind nicht allein Lernmethoden oder Lernwege neben vielen.

Die Fraktion DIE LINKE fordert neben den Ausstattungsfragen der Schulen und den Anschlussmaßnahmen sicher zu stellen, dass alle Kinder und Jugendlichen chancengleich Zugang zu den modernen Informations- und Kommunikationsmedien haben. Es darf nicht dem Zufall überlassen bleiben, auf welchem Wege und von wem eine Schülerin oder ein Schüler seinen Laptop bekommt oder eben auch nicht. Das ist für uns eine grundsätzliche Frage von Bildungsgerechtigkeit.“


Magdeburg, 22. August 2017