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31. Januar 2018

Integration unter schwierigsten Bedingungen meistern

Die für Bildungs-, Sozial- und Kulturpolitik zuständigen Mitglieder der Fraktion DIE LINKE besuchten die Grundschule „Am Umfassungsweg“ im Rahmen einer Arbeitskreis-Klausur und halten diesbezüglich fest:

„Wie die Integration von Kindern aus Migrantenfamilien und von Kindern mit unterschiedlichsten Ausgangsbedingungen für das Lernen unter teilweise extrem schwierigen Bedingungen gemeistert werden muss, davon konnte sich der Arbeitskreis Bildung, Kultur und Soziales der Fraktion Die LINKE beim Besuch der Magdeburger Grundschule „Am Umfassungsweg“ ein eindrucksvolles Bild machen. In der Schule lernen über 200 Schülerinnen und Schüler, von denen etwa zwei Drittel aus Migrantenfamilien stammen – ein extrem hoher Anteil. Die mit Abstand größte Gruppe sind dabei rumänische Kinder, deren Familien sich im Einzugsbereich der Schule angesiedelt haben.

Wenn sich Kinder ohne deutsche Sprachkenntnisse so stark in wenigen Schulen konzentrieren, sind alle überfordert – die Kinder, die Lehrkräfte und die Eltern. Wenn in großen Gruppen gleicher Muttersprache der Verständigung auf Deutsch leicht ausgewichen werden kann, bleiben die Kinder beim Erwerb der deutschen Sprache weit hinter den Möglichkeiten zurück. Schnell und gut Deutsch zu sprechen ist aber die entscheidende Voraussetzung für den Schulerfolg und eine gute Lebensperspektive.

Schulleiter Dirk Schumeier wirbt deshalb nachdrücklich dafür, die Kinder aus den Migrantenfamilien soweit auf andere, weniger stark besuchte Schulen zu verteilen, dass alle eine faire Chance haben. „Bis zu 20% Migrantenanteil in den Klassen gelingt uns alles“, sagt Schumeier mit Stolz und fügt hinzu: „Diese Kinder sind einfach toll, wenn wir hier ordentlich arbeiten, verdienen die mal unsere Rente. Sie sind absolut eine Bereicherung für unsere Gesellschaft.“ Im Bildungsausschuss des Landtages liegen Vorschläge für entsprechende Änderungen des Schulgesetzes, die den Schulbehörden eine bessere Steuerung ermöglichen sollen. Die LINKE wird sich in den weiteren Beratungen dieses Problems annehmen.

Vom Engagement und der Phantasie der Schule, sich den fast übermäßigen Herausforderungen dennoch zu stellen, waren die Mitglieder des Arbeitskreises sehr beeindruckt. Beim Gang durch die Schule stand man plötzlich in einem Sprachkurs für rumänische Erwachsenen, während drumherum die Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben konnten. Es waren alles Eltern, deren Kinder sich noch im Vorschulalter befinden und die keinen Platz in einer Kita bekommen haben. Für diese hat die Schule mit der Stadt ein Projekt entwickelt, um eine „Vorschule“ anbieten zu können. Und die Eltern müssen mit – ja müssen, denn wenn sie sich dazu nicht verpflichten, dürfen die Kinder nicht kommen.

In der Schule gibt es noch vieles mehr, was für das Lernen wichtig ist – z.B. auch ein Frühstücksangebot, damit Kinder nicht mit knurrendem Magen lernen müssen. Die Schule ist für viele der Eltern inzwischen auch Sozialstation, die ihnen beim Umgang mit den Behörden, beim Ausfüllen von Formularen und mit vielen nützlichen Tipps zur Seite steht – und damit das nötige Vertrauen schafft, das die Grundlage für erfolgreiches Lernen der Kinder bildet. Solches Engagement verdient jede Unterstützung – vom Land, von der Stadt und von den Bürgerinnen und Bürgern. Die LINKE wird sich dafür einsetzen – im Land für mehr Lehrkräfte und den Erhalt der so wichtigen Schulsozialarbeit, im Stadtrat für den Erhalt und mehr Unterstützung der Projektarbeit – und selbst auch mit einer Spende für das Schulfrühstück.“


Magdeburg, 31.01.2018